Berufliche Schule Wirtschaft und Verwaltung Neubrandenburg

„Mit einem Abitur studiert man doch!“ – Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung?

 

Bildungs- und Berufsabschlüsse lassen sich in Deutschland auf unterschiedliche Art und Weise erzielen, aber wie gleichwertig sind eigentlich ein Studium und eine duale Ausbildung? Um dieser Frage nachzugehen lud die Landtagsabgeordnete Sylvia Bretschneider (SPD) zu einer Diskussionsveranstaltung in die Berufliche Schule Wirtschaft und Verwaltung in Neubrandenburg. Gesprächspartner für die Schülerinnen und Schüler der Abiturklasse der Fachinformatiker waren Thomas Jackl vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Sebastian Bensemann von der IHK Neubrandenburg.

Als Leiter der Abteilung für frühkindliche Bildung, Schulen und Erwachsenenbildung, wies Thomas Jackl darauf hin, dass in den letzten Jahren die Abiturquote zwar konstant angestiegen, aber im vergangenen Jahr erstmalig in Mecklenburg-Vorpommern gesunken sei. Gleichzeitig machte er auch deutlich, dass bei der derzeitig hohen Quote von Studienabbrechern, das Ziel in den Schulen die Stärkung der Berufswahlkompetenz – der Berufsorientierung sein muss. Es gilt für die Schülerinnen und Schüler „ausgewogener den Blick zu öffnen“, so Thomas Jackl. Allgemeine und berufliche Bildung sind keine Gegensätze, auch an den beruflichen Schulen des Landes gibt es einen umfassenden Bildungsauftrag. Über die Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler und über ihre gesellschaftliche Teilhabe müssen sie lernen Dinge zu bewerten, sich Urteile zu bilden und so ihren eigenen Weg zu entdecken und zu finden. Das bedeutet, auf ein Abitur muss nicht zwangsläufig ein Studium folgen, sondern die Schülerinnen und Schüler haben diese Wahl selbst in der Hand.

Darüber hinaus unterstrich Sebastian Bensemann die guten Chancen mit einem Berufsabschluss auf dem Arbeitsmarkt heute. Die duale Ausbildung sein keineswegs eine Sackgasse, vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten können sich anschließen und die Aufstiegsmöglichkeiten im dualen System sollte man nicht unterschätzen. Das sich der Meister/Fachwirt und der Bachelor of Arts, der erste Hochschulabschluss, auf der gleichen Niveaustufe des europäischen Qualifikationsrahmens finden, lässt nochmals die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung deutlich werden.

Sylvia Bretschneider gab den anwesenden Schülerinnen und Schülern den Ratschlag mit auf den Weg, sich möglichst umfassend über die vielfältigen Möglichkeiten im Ausbildungsbereich und Arbeitsmarkt zu informieren, um Perspektiven für den eigenen Berufsweg zu erkennen. Das sei heute viel leichter als früher aufgrund der modernen Medien und der vielfältigen Beratungsmöglichkeiten.

von: bswvnb | Veröffentlicht am: 19.01.2017 |

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