Berufliche Schule Wirtschaft und Verwaltung Neubrandenburg

Projekttag „DDR- Diktatur“

Im Rahmen des Unterrichts „Geschichte und Politische Bildung“ führte die Klasse FGW 31 mit Herrn Huchel und Herrn Fuchs eine Exkursion in die Gedenkstätte Hohenschönhausen durch.

Zunächst  unterstanden die ehemaligen NS-Gebäude dem Moskauer Volkskommissariat für Inneres (NKWD) und dienten in erster Linie als Sammel- und Durchgangslager für über 16.000 Männer, Frauen und Jugendliche. Von hier aus erfolgten Transporte in die Speziallager nach Ketschendorf, Weesow und in das ehemalige KZ Sachsenhausen.

In dem ehemaligen Speziallager Nr. 3 in Berlin-Hohenschönhausen richtete die sowjetische Besatzungsmacht Ende 1946 / Anfang 1947 ihr zentrales Untersuchungsgefängnis für Deutschland ein. Häftlinge mussten dazu im Keller der ehemaligen Großküche einen Trakt mit fensterlosen, bunkerartigen Zellen errichten – das so genannte U-Boot.

1951 übernahm das ein Jahr zuvor gegründete Ministerium für Staatssicherheit (MfS) das sowjetische Kellergefängnis und nutzte es von nun an als seine zentrale Untersuchungshaftanstalt. Im folgenden Jahrzehnt wurden hier und in dem im November 1960 in Betrieb genommenen Gefängnisneubau zahlreiche Menschen inhaftiert, die der kommunistischen Diktatur im Weg standen – insgesamt über 11.000 Personen.

Wir hatten das große Glück, dass uns ein Zeitzeuge durch die Gedenkstätte führte. Herr Warnke schilderte uns sehr emotional und lebendig, wie die Staatssicherheit versuchte, die Häftlinge psychisch zu brechen. Da Herr Warnke selbst im Stasi-Gefängnis inhaftiert war, konnte er uns die psychologischen Methoden der (gut ausgebildeten) Vernehmer beschreiben, mit denen den Gefangenen Geständnisse abgepresst werden sollten.

Im Anschluss machten wir uns mit der Ausstellung vertraut, indem wir an unterschiedlichen Stationen Informationen zu einzelnen Themengebieten, wie „Das Verhör“, „Die Überwachung“ erarbeiteten und anschließend den anderen Schülern darüber berichteten.

Ein gelungenes Projekt, sehr informativ und auch emotional bewegend. Was es bedeutet, heute in einem Rechtsstaat zu leben, hätten wir wohl deutlicher nicht erfahren können.

Schüler der FGW 31

 

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Herr Warnke schilderte uns die unmenschlichen Haftbedingungen.

 

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Das „U-Boot“, benannt nach den unterirdischen Zellen, die, meist ohne Tageslicht und Belüftung, als Einzel- oder Gruppenzellen (für 6 Inhaftierte geplant, aber besetzt mit bis zu 12 Personen!) dienten.

 

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Einzelzelle im U-Boot;

Der Eimer diente als Toilette, auch in den Gruppenzellen.

 

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Zellentür mit „Belüftung“

 

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Max und Ferenc verdeutlichen die Zellengröße und die Größe der Pritsche

 

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Bestrafung von aufsässigen Häftlingen: „Schrankstehen“ für mehrere Sunden

 

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Zelle im Neubau mit Häftlingskleidung (blauer Trainingsanzug); Die Glasbausteine sorgten zwar für Tageslicht, die Sicht nach draußen (Himmel, Natur) ist aber nicht möglich.

 

08

FGW 31 vor dem Zellenneubau

von: bswvnb | Veröffentlicht am: 22.04.2016 |

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